|
|
![]() Landesverband
|
|
Aktionsbündnis zur Begleitung der Forstverwaltungs- und Strukturreform im Land Sachsen-AnhaltEin offener Briefan das Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und UmweltHerrn Minister Keller Olvenstedter Straße 4 39108 Magdeburg Bildung eines Aktionsbündnisses zur Begleitung der Forstverwaltungs- und Strukturreform im Land Sachsen-AnhaltSehr geehrter Herr Minister, Die Mitglieder der vier unterzeichnenden Vereine und Verbände sind besorgt über die sich gegenwärtig vollziehende Entwicklung bei der Vorbereitung der Gebiets- und Forststrukturreform. Vor uns stehen einschneidende Veränderungen im Verwaltungsaufbau und in der Forstorganisation. Die Notwendigkeit wird von uns nicht in Frage gestellt. Es ist jedoch notwendig, dass aus der Vielzahl der Überlegungen und Modelle diejenigen zur Umsetzung kommen, die wirklich die hinderlichen Probleme beseitigen und die eine langfristige und kontinuierliche Entwicklung des Waldes und der Forstwirtschaft gewährleisten. Wir legen Wert darauf festzustellen, dass trotz unterschiedlicher satzungsgemäßer Ziele und Aufgaben unserer Vereine, und der somit unterschiedlichen Bewertung, die gegenwärtige Entwicklung mit großer Sorge verfolgt wird. Der sachsen-anhaltinische Wald ist Lebensgrundlage für Eigentümer und Beschäftigte, er unterliegt einer hohen Sozialpflichtigkeit als Erholungsraum, Schutzgut und Rohstofflieferant. Die hohen Anforderungen, die die Gesellschaft an den Wald stellt, bedingt auch ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit und Fürsorge der Gesellschaft für den Wald. Der Wald muss zur Aufrechterhaltung seiner vielfältigen Leistungen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig bewirtschaftet werden. Dieses Grundprinzip ist durch die gegenwärtige Entwicklung gefährdet. Der öffentliche Wald wird einseitig ökonomisch bewertet. Es wächst die Gefahr, dass der Gesetzesauftrag zur Beratung des Privatwaldes minimiert, dezentralisiert und eigentumsfeindlich organisiert wird. Belastungen des Privatwaldes werden unzureichend berücksichtigt. Unterstützung für Planung und Forsteinrichtung im Privat- und Kommunalwald werden nicht gewährt. Es muss vordringliches Ziel bleiben, dass die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit langfristig gewährleistet bleibt! Die bevorstehenden Struktur- und Aufgabenänderungen müssen daher folgendes berücksichtigen: - Gewährleistung bürgerfreundlicher und waldeigentumsfreundlicher Forststrukturen,- Erhalt der Einheitsforstverwaltung, - Intensive Beratung, Betreuung und Förderung insbesondere des Privatwaldes und der forstlichen Zusammenschlüsse, - Beratung, Betreuung und Förderung des Privatwaldes bei Forsteinrichtung, Forstplanung, - Erarbeitung von Nutzungsstrategien zur Sicherung des Holzabsatzes in allen Waldeigentumsformen, - sozialverträglichen Stellenabbau in der Landesforstverwaltung, - Stärkung mittelständischer Forstunternehmer, - Intensive Öffentlichkeitsarbeit zur Imagesteigerung und Lobbyarbeit für Forstleute und Forstverwaltung im Hinblick auf die Leistungen für den Naturschutz. Dies wird nur durch Einbeziehung der Betroffenen in die Erarbeitung der Forststruktur- und -verwaltungsreform möglich. Betroffene sind der Wald, die Eigentümer, die Bewirtschafter und die Nutzer. Die Unterzeichner verstehen sich stellvertretend für die Vereine als Interessenvertreter für den Wald, die Eigentümer und die Bewirtschafter. Wir bieten Ihnen daher unsere aktive Mitarbeit an und erwarten, dass wir in die Entscheidungsfindung einbezogen werden! Freyburg, den 29. September 2000 Bund Deutscher Forstleute, Landesverband Sachsen-Anhalt Roßbach, Vorsitzender Landesforstverein Sachsen-Anhalt e.V. Hlawatsch, Vorsitzender Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. Braun, Vorsitzender Waldbesitzerverband für Sachsen-Anhalt e.V. Reher, Vorsitzender |
| E-mail: webmaster@bdf-lsa.de | Letzte Aktualisierung: 2001-02-28; BDF-GS Sachsen-Anhalt |