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BDF bei Ministerin Wernicke

Am 05.07.02 führte der BDF-Landesverband Sachsen-Anhalt ein erstes Gespräch mit der neuen Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt (MLU), Frau Petra Wernicke (CDU). Mit von der Partie waren seitens des MLU der Leiter der Abteilung Wald und Naturschutz, Peter Wenzel sowie sein Stellvertreter Dr. Albrecht Reinhardt. Der BDF-Landesvorsitzende Helmut Haferland wurde von Vorstandsmitglied Ulrich Mette und Stefan Heinzel begleitet.

BDF-Landesvorsitzender Helmut Haferland beim Antrittsbesuch bei Ministerin Petra Wernicke Gesprächstermin mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt (v.l.n.r.: LMR Dr. Albrecht Reinhardt, Ministerin Petra Wernicke (CDU), BDF-Landesvorsitzender Helmut Haferland, MDgt. Peter Wenzel, BDF-Vorstandsmitglied Ulrich Mette)

Das zum Kennen lernen gedachte Gespräch bekam durch die Äußerung des Finanzministers Karl-Heinz Paqué (FDP) in der Mitteldeutschen Zeitung vom 11.06.02 zur Privatisierung der landeseigenen Land- und Forstwirtschaftsflächen einen aktuellen forstpolitischen Anstrich. Der BDF lehnt eine Privatisierung des Landeswaldes ab. Die Ministerin machte deutlich, dass die Äußerungen des Finanzministers nicht mit dem Landwirtschaftsministerium abgestimmt waren. Ministerin Wernicke wandte sich gegen einen Ausverkauf der Landeswaldflächen - dies sei schon aus Gründen der Daseinsvorsorge abzulehnen. Eine Meinungsbildung im Kabinett hat zu diesem Thema bisher nicht stattgefunden. Einen begrenzten Verkauf von Landeswaldflächen wollte sie "nicht generell ausschließen", wobei es mit Sicherheit keinen Verkauf "bis auf den letzten m²" geben werde. Die Bedenken des BDF konnten nicht restlos ausgeräumt werden.

Zur Bildung des Landesforstbetriebes (LFB) mahnte der BDF die noch ausstehenden Rahmen-bedingungen, insbesondere Finanzhoheit und Personalhoheit, an. Die Ministerin stellte klar, dass die Entscheidungen für die Übertragung Liegenschaftshoheit und die Personalhoheit des LFB bereits erfolgt sind. Bei der Möglichkeit der Rücklagenbildung für den Landesforstbetrieb "tut sich der Finanzminister schwer". Eine Entscheidung ist in Kürze nicht zu erwarten.

Ein weiteres Thema waren die Wahrnehmung forstlicher Aufgaben besonders im Nonprofit-Bereich wie forstliche Grundlagenerhebungen, Naturschutz und Waldpädagogik.

Für den Bereich der Grundlagenerhebung und Naturschutzaufgaben in der Forstlichen Landesanstalt läuft derzeit eine Organisationsprüfung, diese müsse abgewartet werden. Dramatischen Einschränkungen seien hier nicht zu erwarten. Der Standort Haferfeld "bleibt im Blickfeld".

Im Bereich der Forstämter erklärt die Ministerin die Strukturreform für abgeschlossen, eine weitere Aufgabenprüfung oder Reduzierung ist nicht vorgesehen. Ebenso ist die geplante Verlagerung von forstbehördlichen Aufgaben an die Landkreise vom Tisch.

Der Bereich Waldpädagogik soll gestärkt werden. Für diesen Bereich wurden in den vergangenen Jahren an private Einrichtungen und Verbände erhebliche Fördermittel ausgezahlt. In Bezug auf die schwierige Finanzsituation des Landes sollen daher verstärkt die im Landesforstbetrieb vorhandenen waldpädagogischen Einrichtungen, das Personal und das Know-how für eine professionelle Umweltpädagogik eingesetzt werden. Dies begrüßt der BDF ausdrücklich.

Frau Wernicke ging auf eine alte Forderung des BDF ein und kündigte die baldige Fertigstellung eines Personalentwicklungskonzeptes für die Beschäftigten der Landesforstverwaltung an sowie ein verstärktes Engagement für einen Einstellungskorridor.

Ministerin Wernicke beendete das in angenehmer Atmosphäre geführte Gespräch mit einem persönlichen Statement für:

  • das Prinzip der Einheitsforstverwaltung
  • Eintreten für die Möglichkeit der Rücklagenbildung des LFB
  • verstärkter Aufgabenwahrnehmung in der Umweltbildung
  • uneingeschränkte Wahrnehmung der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes
  • Fertigstellung eines Personalentwicklungskonzept
  • Schaffung eines Einstellungskorridor

Landesvorstand


E-mail: webmaster@bdf-lsa.de Letzte Aktualisierung: 2002-07-08
BDF-GS Sachsen-Anhalt