Forstamt Pölsfeld noch im Gespräch ?!
Bekannt für seine traditionsreiche Geschichte und
für den Erfahrungsaustausch mit älteren Kollegen ist
das Forstamt schon seit Längerem. Das aber an der
forstlichen Vergangenheit gearbeitet wird, ist den meisten nicht
bekannt.
In Zusammenarbeit mit dem Christlichen Jugenddorf Sangerhausen
entstand 1999 eine SAM-Maßnahme, die sich die Archivierung
und chronologische Aufarbeitung des umfangreichen Materials zur
Aufgabe gemacht hatte. Am 09. November 2001 fand im feierlichen
Rahmen die Übergabe von Archiv und Chronik an das Forstamt
statt. In Anwesenheit zahlreicher Gäste - unter ihnen
selbstverständlich alle dem Forstamt verbundenen,
pensionierten Forstmänner und ehemalige Waldarbeiter -
bedankten sich Forst-amts-leiter Sturm und der verantwortliche
Betreuer des CJD, Herr Spiegelberg, bei den Frauen für die
geleistete Arbeit. Das Ergebnis ist beachtlich - ein Archiv das
seinesgleichen sucht!
Einzelne Revierbeschreibungen, eine Dokumentation über die
Liegenschaften des Forstamtes, ein Strukturüberblick von
1613 bis heute und eine Zeittafel, die sämtliche Mitarbeiter
aus früherer Zeit bis in die Gegenwart registriert,
komplettieren das nun vorliegende Werk. Aus 35 Obstkisten und 6
Säcken voller Papierbündel entstand ein nach neusten
Kriterien gegliedertes Aktenwerk, das auch Außenstehenden
einen gezielten Zugriff zu gewünschten Daten
ermöglicht. In 5 Kurzvorträgen versuchten
Altförster und jetzige Forstbedienstete, den Werdegang des
Forstamtes Revue passieren zu lassen. Aus einem fast
unerschöpflichen Fundus wurden Zitate und Begebenheiten in
das jeweilige Themengebiet eingeflochten, sodass auf sehr
anschauliche Art und Weise die noch vorhandenen Liegenschaften,
die waldbaulichen Schwerpunkte der vergangenen 2 Jahrhunderte,
die Eichenbewirtschaftung sowie der Strukturenwandel und die
Persönlichkeiten des Forstamtes ihren Eindruck
hinterließen. Umrahmt von Jagdhornklängen endete die
Veranstaltung gegen Mittag, auch wenn man sich noch lange
hätte weiter unterhalten können.
Ein weiterer Höhepunkt des Tages bahnte sich an. Es
sollte nun am Zollhaus d e r Förster geehrt werden, dem man
den größten Teil des gesicherten Archivmaterials
verdankte und dem es nicht mehr vergönnt gewesen ist,
selbst, seinen verdienten Lebensabend mit dieser wertvollen
Arbeit auszufüllen. Da war die lückenlose Übergabe
seines in vierzig Dienstjahren geprägten Revieres Zollhaus
an den Sohn 1990 schon ein nicht alltägliches Ereignis, auf
das er stolz sein konnte. Gesprochen wird hier von
Oberförster Günther Schniebel, der von 1967-1972 auch
Leiter der damaligen Oberförsterei Grillenberg (heute
Forstamt Pölsfeld) war und dem zu Ehren sich viele seiner
Wegbegleiter nun am Zollhaus trafen, um der Enthüllung des
Gedenksteines beizuwohnen. Die Laudatio hielt der frühere
Betriebsleiter des StFB Hettstedt in Wippra, Landforstmeister
i.R. Günter Schön , der in seiner Ansprache das Leben
und Wirken Schniebels würdigte. Die Pflege des Umfeldes
dieses Gedenksteines wollen die Waldkinder der KITA Riestedt mit
ihren Erzieherinnen übernehmen, deren Mittelpunkt und
Unterkunft das Zollhaus an jedem Tag im Wald ist und die so ihren
Dank an die Forstleute zum Ausdruck bringen.
Sabine Pursche
Leiterin f. Öffentlichkeitsarbeit
im Forstamt Pölsfeld - Karl-Marx-Str.66, 06528
Obersdorf
Tel. 03464/ 582045; Fax 03464/ 5899930 |