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Fachexkursion nach Polen

Die BDF-Gruppe "Altmark-Ost" führte eine Fachexkursion nach Polen durch. Das Ziel der Reise - die Masuren!
Bei diesem Wort werden in der Vorstellung vieler Menschen Bilder von riesigen Wäldern und einsamen Seen mit klarem Wasser wach. Aber die bewegte Zeit hat auch in den Masuren Einzug gehalten. Ein guter touristischer Aufschluss des Gebietes bietet jährlich Tausenden von Besuchern Ausflugsmöglichkeiten. Trotzdem hat die Natur in dieser Landschaft ihren Platz. Faszinierend ist das bunte Nebeneinander von Wäldern Ackern und Wiesen, von Seen und Sümpfen, der Fauna und Flora.
Masuren hat eine bewegte erdgeschichtliche Vergangenheit mit einem eigenen typischen Profil. Eine Moränenlandschaft mit Hügeln und Senken, Ebenen und Rinnen.

Um auch die geschichtlichen Zusammenhänge des Landes näher kennen zu lernen, war unser erster Exkursionspunkt Manenburg (auf polnisch Marlbork), eine mittelgroße Stadt im nördlichen Polen, im Grenzgebiet zu Russland. Der Deutsche Orden, später die Kreuzritter, ließ in Marienburg ein Hochschloss mit dem Namen "Sanct-Marien-Burch" errichten.

Mit einer sehr sachkundigen deutschsprachigen Führung durch das Schloss wurde die geschichtliche Entwicklung Preußens dargelegt. Alle Teilnehmer bestaunten die hervorragende Restauration des Schlosses Marienburg durch den polnischen Staat, welches 1945 sehr starke Kriegsschäden erlitten hatte.

Unser nächstes Reiseziel führte uns nach Mragowo in das Hotel "Mrongovia". Dieses Hotel ist bekannt für Komfort und Behaglichkeit in der intakten Natur der herrlichen Masurischen Seenplatte. Morgens und abends verwöhnte uns eine sehr schmackhafte und reichhaltige Küche mit Nationalgerichten. Alle Teilnehmer waren mit der getroffenen Wahl der Unterkunft voll zufrieden.

Von dort aus ging es an den Folgetagen in mehreren Exkursionen in die Masuren. Hier wurden wir von zwei sehr versierten Dolmetschern, Frau Anna Mikitiuk und Herrn Jacek Karczewski, begleitet, die uns sehr interessante Informationen über das polnische Forstwesen gaben.

Die polnische Forstwirtschaft wird durch eine Generaldirektion, mehrere Regionaldirektionen, Oberförstereien und Revierförstereien organisiert. Die regionalen Direktionen der staatlichen Forsten verwalten alle Wälder in der Region, einschließlich der Naturreservate. Ihr Wirtschaftsziel in den staatlichen Waldflächen ist die Erziehung eines naturnahen Waldaufbaues. Vor ca. 2 Jahren verabschiedete das polnische Parlament ein Verkaufsverbot staatlicher Waldflächen. Hierdurch wurde die staatliche Bewirtschaftung von ca. 80% der gesamten Waldfläche möglich. Da im staatlichen Forstwesen Polens keine Waldarbeiter beschäftigt werden, müssen alle anfallenden Arbeiten von privaten Unternehmen ausgeführt werden. Die Jagdwirtschaft sowie die Organisierung von Jagden ist von der Forst getrennt und obliegt einer gesonderten Abteilung der regionalen Direktionen der Forsten. Sie ist wirtschaftlich selbständig.

Das erst Exkursionsziel in den Masuren war die Oberförsterei Goldap, die einen Teil der Romintener Heide bewirtschaftet. Sie ist als Landschaftspark ausgewiesen und man findet hier boreale Wälder. Sie zeichnet sich durch die rauesten Klimaverhältnisse im mitteleuropäischen Tiefland aus, daher wird sie auch als "polnische Taiga" bezeichnet.

Die zweite Exkursion führte uns in die "Johannesburger Heide", in die Oberförsterei Strzalowo (früher Pfeilswalde). Eine einstündige Kahnfahrt auf der Krutynia zeigte uns die unberührte Natur dieses Gebietes. Es war überwältigend. Den Tagesabschluss bildete ein gemütliches Beisammensein mit allen Forstbediensteten der Oberförsterei. Ein zünftiges Lagerfeuer mit kulinarischen Wildgerichten und entsprechenden Getränken ließ diesen Abend zu einem Höhepunkt unserer Fahrt werden. Eine Volkstanzgruppe aus der Oberförsterei ließ mit ihren Darbietungen die entsprechende Stimmung aufkommen. Leider beendete ein einsetzender Regen dieses fröhliche Ereignis viel zu früh, das trotzdem bei allen Teilnehmern in sehr guter Erinnerung verbleiben wird.

Am letzten Tag ging es in die Oberförsterei Borki in Kruklenki und dort in die Borecka Heide. Dieses Gebiet ist mit vielen Seen durchsetzt, von denen der mitten in der Heide gelegene Walisco-See ein besonderes Interesse verdient.

Nach insgesamt sechstägiger Busfahrt ging eine sehr gut organisierte und lehrreiche Exkursionsfahrt zu Ende.
Alle Exkursionsteilnehmer bedanken sich hiermit bei den Herren Jörg Niemann und Hans-Jürgen Albrecht für ihre gewissenhafte Arbeit bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Lehrfahrt. Gleichzeitig bedanken wir uns bei Herrn Regionaldirektor Alfred Szlaski für seine unbürokratische Unterstützung der Exkursion auf polnischer Seite. Während der Exkursion wurden freundschaftliche Beziehungen auf beiden Seiten geknüpft. Die BDF-Gruppe hat die polnischen Kollegen für das nächste Jahr zu einem Gegenbesuch nach Sachsen-Anhalt eingeladen. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen.

Siegfried Stief - OV Altmark-Ost


E-mail: webmaster@bdf-lsa.de Letzte Aktualisierung: 2002-01-15
BDF-GS Sachsen-Anhalt